Kinder bewusst begleiten: 5 Bücher von Schwangerschaft bis Trotzphase

Elternsein ist kein Automatismus. Viele Fehler machen wir, ohne es zu wollen, weil uns das Wissen fehlt, wie Kinder ticken – emotional, kognitiv, körperlich. Um ihnen ein sicheres, stabiles und liebevolles Umfeld zu geben, müssen wir uns informieren.

Ich habe im Laufe meiner eigenen Elternschaft Bücher gefunden, die mir gezeigt haben, wie ich meinem Kind gelassener begegnen kann, wie ich Grenzen setze, Autonomie respektiere und Stress reduzieren kann – ohne Perfektionismus.

In diesem Beitrag stelle ich dir meine liebsten Begleiter vor – Bücher, die mir geholfen haben, besser, bewusster und stressfreier mit meinem Kind zu sein.

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  • Die Hebammensprechstunde

    (Schwangerschaft, Geburt und Wochenbett)
  • Laila Maria Witt – Du bist die beste Mama für dein Baby

    (Das erste Jahr mit Baby)
  • Oje, ich wachse

    (Die acht Sprünge der ersten 14 Monate)
  • Das gewünschteste Wunschkind aller Zeiten, treibt mich in den Wahnsinn

    („Trotzphase“/Autonomiephase – das Buch hat mir aber schon weit vorher geholfen entspannter mit meinem Kind umzugehen)
  • Kathy Weber – Mein Kind macht, was es will!

    (Erste und Zweite Autonomiephase)

Unsicherheit besiegen durch Wissen

Die Hebammensprechstunde
  • Themen: Schwangerschaft, Geburt, Wochenbett, Stillen und die erste Zeit mit Baby.
  • Was es lehrt: Es vereint Erfahrungswissen, Naturheilkunde, Medizin und praktische Tipps.

 

Es richtet sich an alle, die sich bisher noch kaum informiert haben, hält allerdings auch einiges bereit für diejenigen, die schon gefühlt alles gelesen haben, das ihnen zu den Themen in die Hände gefallen ist.

Ich habe mich schon weit vor meiner Schwangerschaft möglichst breit gefächert informiert und trotzdem hat mich dieses Buch an vielen Stellen mit Wissen überrascht, von dem ich vorher nicht wusste, dass ich es gerne wissen möchte.

 Es bietet einem die Möglichkeit selbst fundierte Entscheidungen treffen zu können und klärt auf, ohne zu verunsichern. 

Für mich war es das einzige Buch, das ich in der Schwangerschaft gelesen habe, weil ich nichts anderes mehr gebraucht habe um mich ausreichend informiert zu fühlen.

Du findest das Buch hier

Foto meines eigenen Exemplars, Stadelmann Verlag, ISBN 978-3-943793-88-8, 3. Auflage 2020

Foto meines eigenen Exemplars, Knaur Verlag, ISBN 978-3-426-79123-3, Originalausgabe April 2021

Tragen statt Kinderwagen – Freiheit im Alltag

Du bist die beste Mama für dein Baby
  • Thema: Alles rund um das erste Jahr mit Baby und Rückbildung des eigenen Körpers 
  • Was es lehrt: Wie man die erste Zeit gut übersteht, Entspannung im neuen Alltag findet und Ratschläge einer 4-fach Mama

 

Ich liebe Ratgeber, die bestärken, statt zu verunsichern – und genau das schafft Laila Maria Witt in diesem Buch.

Sie fasst ihr Wissen aus vier Kindern und jahrelangen Erfahrungen als Mutter zusammen und erklärt, was Babys brauchen, wie Mamas wieder Kraft tanken können und wie Einsamkeit in den ersten Monaten gemeistert wird. Ehrlich, praxisnah und ohne zu überfordern.

Besonders spannend für mich: Laila Maria Witt hat all ihre Kinder ausschließlich in der Trage gehabt, ohne Kinderwagen. Das war für mich ein neuer Gedanke – und tatsächlich habe ich meinen Sohn fast das ganze erste Jahr über getragen. Auch jetzt, mit zweieinhalb, nutze ich die Trage regelmäßig. Sie macht alltägliche Wege leichter, Treppen werden zum Kinderspiel und mein Kind schläft überall gut. Die Trage zeigt, wie kleine Veränderungen im Alltag mehr Freiheit und Gelassenheit für Mutter und Kind bringen können.

 

Du findest das Buch hier

Entwicklungsphasen verstehen – Ruhe bewahren trotz Sprüngen

Oje, ich wachse!
  • Thema: Die 8 sogenannten „Sprüngen“ im ersten Jahr, mentale Entwicklung und spielerisches Begleiten
  • Was es lehrt: Kinder besser verstehen, Nerven behalten und gelassener auf Entwicklungsphasen reagieren

 

Dieses Buch erklärt die acht „Sprünge“, die Babys in den ersten 14 Monaten durchlaufen – und die gleichnamige App geht sogar noch weiter, bis zum 20. Monat. Forscher*innen haben über Jahre hinweg die mentale Entwicklung von Babys beobachtet und die Phasen identifiziert, in denen sie neue Fähigkeiten erwerben und ihre Wahrnehmung erweitern.

Für mich fühlte es sich an, als würde mein Sohn in diesen Phasen neue Level freischalten – jedes Mal konnte er plötzlich etwas Neues. Da sich jedes Kind in seinem eigenen Tempo entwickelt, sollte man die empfohlenen Zeiträume nicht zu starr sehen. Mir hat es geholfen, die Nerven zu behalten und zu wissen, dass ich nichts falsch mache.

Oft wurde mein Kleiner quengeliger oder anhänglicher, wollte getragen werden oder weinte öfter. Dann habe ich die App aufgemacht – und tatsächlich lag mein Gefühl selten daneben. Sie erklärt die Themen der jeweiligen Phase und gibt praktische Spielideen, um neue Fähigkeiten spielerisch zu fördern. 

In diesen Phasen hat uns auch eine Trage oft geholfen: Mein Sohn schlief darin oft entspannt, und ich konnte ihn gleichzeitig nah bei mir behalten und den Alltag erledigen.

Begleitend zur App habe ich das Buch gelesen – meist gegen Ende der Sprünge, wenn ich schon dachte: „Ich halte das nicht mehr aus.“ Es hat mir immer wieder gezeigt: Du bist nicht allein. Alles ist normal.

Du findest das Buch hier

Foto meines eigenen Exemplars, Goldmann Verlag, ISBN 978-3442178230,August 2019

Gelassen durch die Trotzphase – Konflikte vermeiden

Das gewünschteste Wunschkind aller Zeiten treibt mich in den Wahnsinn
  • Thema: Bedürfnisorientierte Elternschaft, Autonomiephase und kindliches Verhalten
  • Was es lehrt: Kinder besser verstehen, Machtkämpfe vermeiden und Gelassenheit in der Erziehung finden

 

Dieses Buch behandelt die Autonomiephase und gibt praktische Einblicke in bedürfnisorientierte Erziehung. Die Autorinnen Danielle Graf und Katja Seide betreiben seit 2013 den erfolgreichen Blog „Das gewünschteste Wunschkind“ und verbinden aktuelle Erkenntnisse aus Hirnforschung, Entwicklungspsychologie und Familienpraxis.

Ich habe das Buch schon weit vor Beginn der Trotzphase gelesen – und bin sehr froh darüber. Es hat mir früh gezeigt, wie ich mein Kind nicht erziehen möchte, und mein Verständnis für kindliches Verhalten grundlegend verändert. Kinder sind keine Tyrannen: Sie handeln immer so gut, wie sie können.

Wenn mich das wütend macht, sagt das oft mehr über mich als über mein Kind aus.

Das Buch schafft nicht nur Verständnis, sondern gibt konkrete Handlungsansätze, um Machtkämpfe gar nicht erst entstehen zu lassen. Es erklärt, warum kindliche Wut uns so triggert, übersetzt, was Kinder uns mitteilen wollen, und zeigt, wie leicht wir Signale falsch interpretieren. So wird deutlich: Kinder wollen kooperieren – nur die gesellschaftlichen Rahmenbedingungen machen es oft schwer.

Mit diesem Wissen konnte ich von Anfang an gelassener reagieren und eine empathische, aber klare Haltung entwickeln. Ich bin überzeugt: Dieses Buch hätte mein Leben verändert, wenn meine Mutter es damals gelesen hätte.

Du findest das Buch hier

Foto meines eigenen Exemplars, Erschienen 2016 in der Verlagsgruppe Beltz, ISBN 978-3-407-86422-2

Selbstreflexion lernen – Für unsere Kinder und uns selbst

Mein Kind macht, was es Will!
  • Thema: Beziehungs- und bindungsorientierte Erziehung, Umgang mit Willensstärke und emotionalen Ausbrüchen
  • Was es lehrt: Kinder verstehen, Regeln reflektieren und gelassener im Alltag reagieren

 

Kathy Weber zeigt auf sehr sympathische Weise, dass es nichts Negatives ist, wenn Kinder ihren eigenen Willen zeigen. Das Buch richtet sich an Eltern mit Kindern von 0 bis 8 Jahren, die eigenständige, willensstarke Kinder liebevoll begleiten und gleichzeitig eine bindungsorientierte Erziehung leben wollen.

Es ist ein praxisnahes Nachschlagewerk, das klar und flexibel zeigt, wie wir auf Wut, Trotz und Bedürfnisse reagieren können. Kathy erklärt, welche Bedürfnisse hinter emotionalen Ausbrüchen stehen, regt zum Reflektieren der eigenen Regeln an und ermutigt, mit Kindern in Verbindung zu bleiben, statt sie zu bestrafen oder zu erziehen „um der Erziehung willen“.

Für mich besonders wertvoll: Ich konnte gezielt in den Kapiteln nachschlagen, die gerade relevant waren – zum Beispiel Zähneputzen – und die Tipps direkt auf unsere Situation anwenden. Wer mag, kann dazu auch meinen Blogbeitrag „Wenn Zähneputzen zum Kampf wird“ lesen, um noch mehr praktische Strategien zu bekommen. Die Vorschläge im Buch sind flexibel und lassen sich altersgerecht und individuell anpassen.

Das Buch hat mir eine neue Sichtweise gegeben und die Möglichkeit, wirklich etwas zu ändern – an mir selbst. Es hat mir gezeigt, wie ich meine eigenen Kindheitswunden erkenne, sie verstehe und bewusst darauf achten kann, sie nicht unbewusst an mein Kind weiterzugeben.

An manchen Stellen hat das innere Kind in mir geweint, weil es sich endlich verstanden gefühlt hat. Diese Momente der Erkenntnis machen das Buch so wertvoll: Es geht nicht nur um Erziehung, sondern auch um Selbstreflexion und Heilung als Eltern.

Du findest das Buch hier

Foto meines eigenen Exemplars, Malia Verlag, Februar 2025, ISBN 978-3-949822-46-9

Fazit: Bewusst begleiten statt blind reagieren

Elternschaft ist keine intuitive Angelegenheit – wir sind gezwungen, uns Wissen anzueignen, um Fehler nicht unbewusst weiterzugeben. Bücher wie diese zeigen, dass es möglich ist, besser, stressfreier und bewusster mit unseren Kindern umzugehen, ihnen ein stabiles emotionales Fundament zu bieten und sie in ihrer Autonomie zu begleiten.

Sie helfen uns, den Alltag reflektiert zu gestalten, Konflikte gelassener zu lösen und eigene Reaktionen zu verstehen, statt nur auf kindliche Emotionen zu reagieren. Wer sich informiert, gewinnt nicht nur Sicherheit, sondern kann auch die Bindung zu seinen Kindern stärken und ihnen ein Umfeld bieten, in dem sie sich wohl und gesehen fühlen.

Am Ende geht es nicht darum, perfekt zu sein – sondern bewusst, präsent und empathisch zu handeln. Jedes Kapitel, jeder Tipp und jede Anregung ist ein Werkzeug, das uns dabei unterstützt, unseren Kindern zu zeigen, wie man mit Gefühlen, Konflikten und Aufgaben liebevoll umgeht – und gleichzeitig uns selbst nicht aus den Augen verliert.

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