Meine Must-Haves für die Geburt

Geburten sind ebenso individuell wie wir Menschen selbst. Für jede Gebärende sind deshalb andere Sachen hilfreich. Mir ist nur an dieser Stelle nochmal wichtig zu erwähnen, dass eine Geburt nichts Schreckliches sein muss. Man kann selbst mit entscheiden, wie dieses Erlebnis werden soll.

Sicher, man hat auf einige Dinge keinen Einfluss, wohl aber auf sein Mindset, was eine entscheidende Rolle dabei spielt. Nicht nur, weil es immer entscheidend ist, wie wir über etwas denken – nein. Es ist ebenso entscheidend für die Abläufe in unserem Körper. 

Angst ist das Nachteilhafteste, was es für eine Geburt gibt. Dabei hat mir der Hypnobirthing-Kurs sehr geholfen, den ich bereits in meinen Schwangerschafts-Must-Haves erwähnt habe. Ich habe dir den Beitrag noch einmal verlinkt, falls dich das Thema genauer interessiert.

Die Geburt meines Sohnes

Ich hatte eine Hausgeburt.

Die will ich dir an dieser Stelle gar nicht andrehen, auch wenn ich ein großer Fan davon bin. Aber das ist an dieser Stelle wichtig zu erwähnen, weil sich meine Must-Haves zum Teil darauf beziehen. Wie zum Beispiel:

  • Ein Geburtspool

Ich schätze mich sehr glücklich, dass ich eine Wassergeburt haben durfte. Im Krankenhaus ist das ja leider oft nicht möglich, da es häufig nur eine Badewanne gibt.

Weil ich zuhause frei wählen konnte, habe ich mich für einen beheizbaren Whirlpool entschieden. Da neue Modelle recht teuer sind, habe ich über Kleinanzeigen einen günstigen gefunden. Zwar hatte er ein paar kleine Löcher, aber mit dem richtigen Tape ließ sich alles problemlos reparieren – und er kostete nur 60 €.

Mir war besonders die Heizfunktion wichtig. Ich wollte nicht abgelenkt werden, weil heißes Wasser nachgefüllt wird oder kühl gewordenes abgeschöpft. Ich wollte auch nicht, dass einer meiner beiden Geburtsbegleiter (der Papa und eine Hausgeburtshebamme) damit beschäftigt ist. Außerdem war der sanfte, warme Wasserstrahl am Rücken sehr angenehm.

So konnte mein Baby in wohlig warmes Wasser geboren werden und meine Schmerzen wurden gelindert.

  • Musik

Das mit der Musik war bei mir eine, wie ich finde, witzige Sache. Ich habe sie zwar eigentlich überhaupt nicht wahrgenommen, weshalb man jetzt sagen könnte, dass ich dann ja auch keine brauche. Stimmt irgendwie, nur war es eben so, dass es mir sehr wohl aufgefallen ist, wenn sie gefehlt hat.

Ich habe mir schon Monate vorher eine entspannende Melodie ausgesucht und sie mir regelmäßig in entspannten Situationen (oder wenn ich nachts mal wieder nicht schlafen konnte, weil alles unbequemer und unbequemer wurde) angehört, weshalb die Musik an sich schon eine entspannende Wirkung auf mich hatte.

Sie ist also so im Hintergrund mitgeschwungen, ohne sich aufzudrängen, hat mir aber ein gutes Gefühl gegeben.

  • Beleuchtung

Mir war von Anfang an klar, dass ich es möglichst dunkel und schummerig brauche, um mich richtig fallen lassen zu können und auf den Prozess einzulassen. Deshalb habe ich mich um eine angenehme indirekte Beleuchtung gekümmert.

Die muss auch nicht teuer oder besonders einfallsreich sein. Eine Salzkristalllampe haben ja viele zuhause herum stehen. Wenn nicht, frag doch am besten mal deine Eltern oder Großeltern. Meine Oma hat mindestens drei davon.

Ansonsten kannst du auch versuchen über Lampen, die du bereits zuhause hast ein Tuch zu legen, um sie zu dimmen und eine angenehme Farbe in den Raum zu bringen.

  • Was für die Lippen

Auf so gut wie allen Listen, was man für die Geburt braucht, taucht dieser Punkt auf. Die Lippenpflege. Durch das viele Atmen sind auch meine Lippen ziemlich schnell ausgetrocknet und ich war froh mir vorab mein Lieblingsprodukt bereitgelegt zu haben.

  • Ein gutes Mindset

Dieser Punkt ist meiner Meinung nach der entscheidendste. Du kannst das Außen nicht kontrollieren. Vielleicht hat deine Hebamme ausgerechnet an diesem Abend eine zweite Geburt (das war bei mir der Fall), oder die Geburt geht schneller als dir lieb ist und dein Baby kommt bereits im Auto zur Welt. Es gibt unzählige Dinge, die du nicht im Griff hast. Damit will ich dir allerdings überhaupt keine Angst machen, ich will dir nur zeigen, weshalb ich es so wichtig finde, sich um die Welt in dir zu kümmern.

Ich habe viel Zeit in mein Mindset gesteckt und habe mich damit den gesamten Zeitraum der Geburt allem gewachsen gefühlt. Ich wusste, dass ich das schaffe, egal was passiert. Ich war voll überzeugt davon, dass mein Körper das kann. Dass mich dieses Erlebnis bereichern wird und dass ich keine Angst davor haben muss.

Ich habe mich viel mit den Mythen befasst, die so oft reproduziert wurden, dass sie uns vorkommen wie Tatsachen. Frauen gehen noch gar nicht allzu lange ins Krankenhaus zum Gebären. Natürliche Steißgeburten sind nicht unmöglich. Eine geplatzte Fruchtblase muss kein Drama sein (Das kommt aber immer darauf an. Bitte unterhalte dich darüber mit einer Ärztin oder Hebamme). Eine verknotete Nabelschnur muss kein Problem sein und permanente Überwachung von Mutter und Kind ist kein Muss (Auch das kommt jedoch auf einige Faktoren an).

Ich will damit nur sagen, dass es mir sehr geholfen hat, mich zu informieren, denn letztendlich ist kaum etwas so gruselig wie Filme es uns erzählen. Kein auf dem Rücken liegen und Schreien. Keine Panik.

  • Atemtechniken

In meinem Hypno-Birthing Kurs habe ich verschiedene Atemtechniken gelernt, die ich die Wochen vor der Geburt geübt habe. Welche Atemtechniken man in anderen Geburtsvorbereitungskursen lernt kann ich nicht sagen, aber es wird sicherlich ähnlich sein. Mir hat es besonders geholfen eine tiefe Bauchatmung zu üben. 

Diese Atmung wirkt entspannend und schmerzlindernd, da sie einen direkten Einfluss auf unser Nervensystem hat. Man bekommt viel Sauerstoff und die Wehen werden unterstützt.

Allerdings muss eine tiefe Einatmung wirklich geübt werden. Zu Beginn wird sich der Bauch ein ganzes Stück weniger weit wölben, im Gegensatz dazu, wenn du es schon ein paar Mal gemacht hast.

  • Eine begleitende Person

Diesen Punkt habe ich tatsächlich ziemlich unterschätzt, aber im Nachhinein kann ich sagen, wie wertvoll es für mich war, Personen anwesend zu wissen, auf die ich mich vollstens verlassen kann. 

Zu meiner Hebamme konnte ich Monate vorher schon eine Beziehung aufbauen. Sie wusste, wie ich ticke und ich wusste, wie sie ist und was sie gut und schlecht findet. Diesen Luxus hat leider nicht jede Gebärende in Deutschland, aber wenn du noch früh genug dran bist kannst du dich entweder nach einer Beleghebamme umsehen oder eventuell eine Doula engagieren.

Mit meinem Partner habe ich viele Gespräche darüber geführt …was passiert, wenn…

…wenn ich doch ins Krankenhaus muss und was ich mir dann von ihm wünsche. Dass er mit Ärzten kommunizieren muss, wenn ich es nicht mehr kann. Was ich möchte und was nicht. 

…wenn etwas nicht nach Plan läuft.

…wenn die Fruchtblase platzt.

Es ist nicht so, als wäre ich während der Geburt nicht mehr zu Gesprächen fähig gewesen, aber ich weiß nicht, ob ich noch einer Erklärung für einen Kaiserschnitt oder einer PDA hätte folgen können. Mir war es deshalb besonders wichtig, dass mein Partner vor allem weiß, was ich NICHT will, damit er das dem Krankenhauspersonal eindeutig weitergeben und durchsetzen kann.

Meiner Erfahrung nach setzen Mediziner gerne ein „MUSS“ vor Sachen, wo eigentlich ein „KANN“ stehen sollte.

 

Fazit

Insgesamt würde ich meinem früheren Ich raten, sich mehr auf das Innere, als um das Äußere zu kümmern. Letztendlich ist es nicht wichtig, ob das Kind nun im Wasser zur Welt kommt oder nicht. Ob zuhause oder im Krankenhaus. Wichtig ist, dass du dich wohl fühlst und positiv bleibst. Schaffe dir einen Raum, in dem du frei von Angst sein kannst und vertraue auf deinen Körper und dein Baby. Sie wissen, was zu tun ist.

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