Rauhnächte vorbereiten – klar und einfach

So bereitest du dich auf die Rauhnächte vor – mein persönlicher Ablauf

Die Rauhnächte gehören für mich seit Jahren zu den kraftvollsten Tagen im Jahr. Nicht wegen großer Rituale oder komplizierter spiritueller Ansätze, sondern weil sie mir etwas schenken, das im Alltag oft untergeht: Stille, Klarheit und einen achtsamen Start ins neue Jahr.

Sie schenken mir neuen Fokus und helfen mir die Segel neu zu setzen. Sie schenken mir Klarheit, darüber was ich will und darüber, was mir einfach nur schadet und gehen muss.

Immer wieder werde ich gefragt, wie man sich am besten auf die Rauhnächte vorbereitet – gerade, wenn man wenig Zeit hat oder einfach nicht weiß, wo man anfangen soll. Wenn man wie ich, Chaos im Kopf hat und selten am Ball bleibt. Deshalb teile ich heute meinen ganz persönlichen Ablauf, der sich über die Jahre bewährt hat.

1. Innehalten: Was brauche ich wirklich für diese Zeit?

Bevor ich irgendetwas plane, frage ich mich:

Was wünsche ich mir von den Rauhnächten dieses Jahr?

Mehr Ruhe?

Mehr Klarheit?

Mehr Verbindung mit mir selbst?

Allein das ist schon Vorbereitung. Sich darüber klar zu werden, was in meinem Leben aktuell das Thema ist, das bearbeitet werden möchte. Wo brauche ich Klarheit? Wo weiß ich nicht weiter? Wo stecke ich fest?

2. Ein ruhiger Raum (und wenn es nur eine kleine Ecke ist)

Ich habe kein großes „Ritualzimmer“. Manchmal ist es einfach die Sofaecke, ein Platz am Küchentisch oder mein Nachttisch. Wichtig ist für mich:

– eine Kerze

– ein Stift und Journal oder ein Tablet

– und ein Gefühl von „Hier darf ich kurz runterfahren“.

Mehr braucht es nicht.

Wenn du Lust hast, gibt es natürlich noch viele Dinge, die man dazu nehmen kann. Einige räuchern, manche legen gerne Karten und wieder andere schwören darauf, vorher zu meditieren. Das kann auch alles fein sein und hilfreich. Aber nur, wenn es dich nicht stresst. 

Wenn dein Kind gerade eine schwierige Phase hat und alle 30 Minuten aufwacht ist eine lange Meditation vor dem Beantworten der Reflexionsfragen eventuell nicht das richtige. Ein paar bewusste Atemzüge zum Ankommen reichten auch.

Mach es, wie es für dich passt. Es muss nicht perfekt sein. Anzufangen und überhaupt etwas zu verändern reicht vollkommen.

3. Rückblick: Was war dieses Jahr eigentlich los?

Die Rückschau ist für mich essenziell. Wir müssen aus der Vergangenheit lernen, um die Zukunft zu verändern. Anderenfalls wiederholen wir nur unsere Fehler, wenn wir sie nicht als diese Erkennen.

Erkennen kann weh tun, aber Erkenntnis ist Macht.

In meinen Workbooks, die ich mir bisher immer selbst erstellt habe, befasse ich mich die ersten Nächte immer mit der Vergangenheit, das geht dann über ins Jetzt und in den letzten Nächten geht es um die Zukunft. Darum sich neu auszurichten. 

Frage dich:

  • Was hat mich getragen?
  • Wo war ich wirklich ich?
  • Wann habe ich das Leben in meinen Adern pulsieren gefühlt?
  • Was war schwer?
  • Was habe ich gelernt?
  • Woran bin ich gescheitert? (Ja, auch das ist wichtig)
  • Was möchte ich nicht mit ins neue Jahr nehmen?

Diese Reflexion macht unglaublich viel mit mir. Sie schafft Platz.

(In meinem Rauhnächte-Workbook findest du dafür mehrere leicht auszufüllende Seiten – perfekt, wenn dir ein klarer Rahmen beim Reflektieren hilft.)

4. Ein paar Dinge loslassen

Dieser Punkt gehört nur so halb in die Vorbereitung. Falls du allerdings neu bist und kein fertiges Workbook nutzen willst, will ich es trotzdem ansprechen.

Das für mich wichtigste in den Rauhnächten ist das Loslassen. Rauszufinden, warum wir bisher nicht loslassen konnten, obwohl wir vielleicht wollten. Herauszufinden, warum wir Verhaltensmuster beibehalten, die uns schaden.

Frage dich konkret:

  • Was will ich loslassen?
  • Was schadet mir?
  • Was raubt mir Kraft und Energie?
  • Wo brauche ich Veränderung?

5. Wünsche sammeln

Die „13 Wünsche“ gehören zu meinen liebsten Ritualen in den Rauhnächten. Ich glaube eigentlich nicht an sowas … wobei … mittlerweile eigentlich doch ein bisschen. Denn es ist einfach erstaunlich, wie sich die abgegebenen Wünsche scheinbar wie von selbst erfüllen. Klar, nicht alle und vor allem nicht sofort, aber doch einige.

In den Tagen vor den Rauhnächten setze ich mich deshalb mit Stift und Papier in einem ruhigen Moment hin und schreibe alle Wünsche auf, die mir in den Sinn kommen. Völlig wertfrei. 

Im zweiten Schritt sortiere ich dann aus, notiere die Wünsche auf Zettelchen und gebe sie in eine Schüssel, wo sie dann auf ihren Einsatz warten.

(Das Ritual beschreibe ich in meinem Workbook ausführlicher. Du findest aber auch im Internet tolle Anleitungen dazu)

6. Zeitfenster einplanen (realistisch!)

Als Mama weiß ich: Perfekte Rituale gibt es nicht.

Darum plane ich mir die Zeitfenster jedes Jahr so ein, wie sie gerade passen. In manchen Phasen schläft mein Sohn einwandfrei um sieben ein und ich habe den restlichen Abend meine Ruhe, während er in anderen Phasen lange nicht zur Ruhe kommt.

Ich frage mich immer:

Wann habe ich am wahrscheinlichsten ein paar Minuten für mich?

Das ist mein Rauhnachts-Fenster.

Ist bei dir zuhause vielleicht vormittags die ruhigste Zeit, weil alle schon aus dem Haus sind? Oder doch eher Abends, wenn die Kinder schlafen? Vielleicht ist bei dir auch die günstigste Zeit, wenn die Kinder Mittagsschlaf machen.

Ganz egal. Nur weil es Rauhnächte sind, heißt es nicht, dass es Tagsüber nicht geht.

(Auch hier hilft mir mein Workbook: Jede Nacht hat eine eigene, kurze Seite, die genau dafür ausgelegt ist. Reflektieren mit Struktur in etwa 10 Minuten.)

7. Materialien bereitlegen

Für mich sind das:

  • Stift oder Tablet
  • Journal / Workbook
  • eine Kerze
  • evtl. ätherische Öle oder eine Tasse Tee

 

Mehr braucht es nicht. Je simpler, desto entspannter.

Für mich kommen noch meine 13 Wünsche, eine feuerfeste Schale und ein Feuerzeug dazu.

8. Die innere Haltung

Das Wichtigste zum Schluss:

Ich erwarte nichts und bin für alles offen.

Manchmal sind die Rauhnächte tief bewegend.

Manchmal sind sie ruhig und unspektakulär.

Beides ist richtig.

Die Kraft entsteht nicht aus großen Ritualen, sondern aus der Bereitschaft, ein paar Minuten täglich mit sich selbst zu verbringen.

Mein Workbook: Für alle, die einen klaren Rahmen mögen

Über die Jahre haben mich viele gefragt, wie genau ich die Rauhnächte dokumentiere und warum ich jedes Jahr so viel daraus mitnehme.

Darum habe ich mein Rauhnächte-Workbook entwickelt – ursprünglich für Mamas, aber ehrlich gesagt nutzen es inzwischen genauso viele Nicht-Mamas in meinem Umfeld.

Es begleitet dich sanft durch jede Nacht, gibt dir Reflexionsfragen, kleine Aufgaben, Raum für Wünsche und deine persönliche Entwicklung. Es bietet Impulse für mehr Ruhe im Alltag und vorschlage für Rauhnachtsübungen.

👉 Du findest es auf Etsy. Infos und den Link dazu findest du unter dem Beitrag.

👉 Auf meinem Blog gibt es außerdem weitere Beiträge und Inspirationen.

Ich wünsche dir und deinen Lieben eine wunderschöne Zeit zwischen den Jahren und ein erfolgreiches Jahr 2026.

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