Der richtige Geburtsort

Hausgeburt oder Krankenhaus? Meine persönliche Erfahrung mit der Geburt zu Hause

Viele Frauen glauben, dass eine Geburt nur im Krankenhaus sicher ist. Doch was, wenn eine Hausgeburt genauso sicher – oder sogar komplikationsärmer – sein kann? In diesem Beitrag teile ich meine persönlichen Erfahrungen einer Hausgeburt und warum ich mich bewusst gegen eine Klinik-Geburt entschieden habe.

Geburten sind so individuell, wie wir Menschen selbst. Deshalb ist es umso wichtiger, nichts einfach hinzunehmen, ohne es zu hinterfragen – so wie den Geburtsort. Es gibt nicht nur Krankenhäuser, die infrage kommen und nebenbei bemerkt, ist es noch gar nicht allzu lange so normalisiert dort zu gebären.

Warum ich früher keine Kinder wollte – und warum das Krankenhaus eine Rolle spielte

In meiner Jugend dachte ich lange:

„Ich will kein Kind bekommen. Eine Geburt im Krankenhaus stelle ich mir schrecklich vor.“

Für mich war ein Krankenhaus nie ein Ort der Sicherheit. Keine Frage, ich bin dankbar dafür, dass wir sie für den Ernstfall haben und mit einem gebrochenen Bein würde ich liebend gerne in eine Klinik gehen. Warum dann nicht für eine Geburt?

Weil ich leider schon oft erlebt habe, dass das enorme Wissen, das Ärzte haben, sie glauben lässt, dass sie alles wissen – oder zumindest besser als dieser Mensch, der nur mal eben gegoogelt hat.

Für ein gebrochenes Bein stimmt das völlig. Nur weil ich im Internet etwas darüber lese, kann ich so eine Verletzung nicht behandeln. Aber eine Geburt ist nichts, das behandelt werden muss. Oder zumindest nicht solange alles normal verläuft. Eine Geburt hat viel mit Vertrauen und Gefühl zu tun. Mit einem Gefühl, auf das wir mehr Wert legen sollten.

Da fängt denke ich auch das Problem an. Ärzte wollen behandeln und helfen, nur leider stört die meist gut gemeinte Hilfe das sensible Zusammenspiel der Abläufe im Körper, die für eine reibungslose Geburt nötig sind.

In der Vorbereitung auf meine Geburt habe ich mich viel mit diesen Prozessen und dem Einfluss der Psyche befasst. Es ist so wichtig angstfrei und mit den Gedanken bei sich selbst bleiben zu können. Ständiges Untersuchen, Schichtwechsel und das Rein- und Rauslaufen des Krankenhauspersonals machen das allerdings schwerer.

Da entdeckte ich die Hausgeburt

Für mich tat sich eine neue Welt auf, als ich das erste Mal auf Hausgeburten und Hausgeburtshebammen gestoßen bin. Es war so normal für mich, dass Schwangere ins Krankenhaus gehen um zu gebären, dass ich Hausgeburten für veraltet gehalten habe. Für eine gefährliche Angelegenheit, die genau deshalb so nicht mehr gemacht wird.

Hausgeburt: Was passiert bei Komplikationen?

Aber ist sie das? Gefährlich?

Nein. Zumindest nicht solange alles normal verläuft. Es ist sogar häufig so, dass erst das Eingreifen in den Geburtsprozess Probleme verursacht, die dann wiederum behoben werden und weitere Komplikationen nach sich ziehen.

Klar, es kann immer etwas Unvorhergesehenes passieren. Aber auch ein Krankenhaus ist kein Garant dafür, dass nichts passiert.

Unsere Vorsorgeuntersuchungen sind in der Regel so gut, dass sie das meiste vorab ausschließen können und eine Hausgeburt ist ohnehin nur dann möglich, wenn Frauenärzt*innen und Hebammen grünes Licht geben.

Was, wenn bei der Hausgeburt Komplikationen auftreten?

Meine Hausgeburtshebamme hat mir damals gesagt, dass etwa 10% der Hausgeburten ins Krankenhaus verlegt werden. Das sind dann aber keine hektischen und brenzlichen Verlegungen. In den meisten Fällen entscheidet entweder die Gebärende oder die Hebamme, dass sie sich mit etwas nicht mehr wohl fühlen, und fahren dann in Ruhe in die nächste Klinik. Nur etwa 1% wird notverlegt. 

Jetzt könnte man sagen, dass eine von hundert Frauen ja doch immer noch eine Menge ist. Dreht man es aber um heißt das, dass 99% der Hausgeburten gut gehen und keine Notfälle sind.

Warum dein Wohlbefinden entscheidend für den Geburtsort ist

Würde ich eine Hausgeburt jetzt pauschal jedem ans Herz legen, nur weil ich ein Riesenfan davon bin? Nein!

Das wichtigste ist, dass sich die Gebärende wohl fühlt. 

Vielleicht ist in ihrem Umfeld schon einmal etwas Schlimmes passiert und sie hätte zuhause große Angst davor, dass mit ihrem Baby etwas nicht stimmt und es behandelt werden muss.

In dem Fall wäre ihr Zuhause für sie bestimmt nicht der richtige Ort, solange sie diese Angst nicht vorher aufarbeiten möchte oder kann.

Für mich traf das nicht zu. Ich war zutiefste davon überzeugt, dass es meinem Baby gut gehen wird. Dass es ihm sogar besser gehen wird, wenn es in einem ruhigen, geborgenen Umfeld zur Welt kommt, in dem ich kontrollieren kann, was mit ihm und mir in seinen ersten Stunden passiert. Ein Umfeld, in dem die U1 nur wenige Zentimeter neben mir auf dem Sofa gemacht wurde. Ein Umfeld, in dem ich mir sicher sein konnte, dass alles in Absprache mit mir passiert – in meinem Tempo und ohne Zeitdruck.

Fazit: Geburt im Krankenhaus, Hausgeburt oder Geburtshaus? Du hast die Wahl

Du musst für dich selbst entscheiden

Mir ist nur wichtig zu sagen, dass man eine Wahl hat. Auch abseits von Hausgeburten gibt es Möglichkeiten. Zum Beispiel gibt es Geburtshäuser oder du könntest eine weitere Begleitperson mit ins Krankenhaus nehmen, die deine Interessen vertritt. Zum Beispiel eine dir vertraute Person, eine Beleghebamme oder eine Doula.

Vertraue deinem Körper, dir und deiner Intuition. Ihr seid ein gutes Team.

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