Sauerteigbrot selber machen – mein Familienrezept

Sauerteigbrot selber backen: gesund, natürlich & ideal für die ganze Familie

Sauerteigbrot zählt nicht nur zu den ältesten Brotsorten der Welt, sondern überzeugt auch durch seinen natürlichen Geschmack, lange Frischhaltung und seine positiven Eigenschaften für die Verdauung. In Zeiten, in denen bewusste Ernährung und natürliche Zutaten im Mittelpunkt stehen, ist selbst gebackenes Sauerteigbrot eine gesunde Alternative zu herkömmlichem Brot – ganz besonders für Kinder.

In diesem Beitrag zeige ich dir mein erprobtes Sauerteigbrot-Rezept, das nicht nur Erwachsenen schmeckt, sondern auch perfekt für eine ausgewogene Kinderernährung geeignet ist. 

Ohne Zusatzstoffe, mit wertvollen Nährstoffen und voller Geschmack – ideal für Familien, die Wert auf eine gesunde und natürliche Ernährung legen.

Ein kleiner Hinweis: Einige der Links in diesem Beitrag sind Affiliate-Links. Wenn du darüber etwas kaufst, bekomme ich eine kleine Provision. Für dich bleibt der Preis gleich.

Wenn es mal nicht so klappt

Sauerteigbrot ist vor allem anfangs nicht ganz leicht und es gibt einiges, worauf man achten sollte. In diesem Beitrag zeige ich dir, welche Fehler ich gemacht habe und wie du sie vermeiden kannst.

Was du brauchst:

  • 30-40g Anstellgut
  • 430g Weizenmehl
  • handwarmes Wasser
  • etwa 1 TL Salz
  • Körner nach Wahl (Leinsamen, Sonnenblumenkerne, Kürbiskerne, …)
  • Eine Schüssel zum Zubereiten (Wähle sie groß genug. Der Teig geht auf.)
  • Rührgerät mit Knethaken
  • Eine Metallschüssel mit Steinen (Bitte geeignete, saubere Steine die nicht mit Chemie belastet sind z. B. Lavastein)
  • Ein Gärkörbchen
 

Zubereitung

Schritt 1

  • 30-40g Anstellgut
  • 30g Weizenmehl
  • 30g handwarmes Wasser
 

Gib die Zutaten in deine Schüssel und rühre alles mit einem Löffel glatt. Den Teig stellst du dann abgedeckt 3-4 Stunden an einen warmen Ort.

Schritt 2

  • 400g Weizenmehl
  • 90g Sauerteig aus Schritt 1
  • 220g handwarmes Wasser
 

Vermenge die Zutaten zunächst grob mit einem Rührgerät. Der Teig muss in diesem Schritt noch nicht glatt sein, da das Salz erst im nächsten Schritt zugegeben wird. Wichtig ist, dass sich die Mikroorganismen aus dem Anstellgut gut im Teig verteilen, um die Fermentation in Gang zu bringen. Gleichzeitig beginnt sich das Glutengerüst zu entwickeln, das dem Brot später Stabilität und Struktur verleiht.

Stelle den Teig für ein bis drei Stunden an einen warmen Ort.

Schritt 3

Knete den Teig nun für etwa 5–10 Minuten mit dem Rührgerät. Das stärkt das Glutengerüst – also die Struktur, die später dafür sorgt, dass das Brot beim Backen stabil bleibt, eine schöne Krume entwickelt und beim Aufgehen nicht in sich zusammenfällt.

Anschließend gibst du das Salz und gegebenenfalls deine gewünschten Körner hinzu. Wir fügen es bewusst erst jetzt dazu: Salz festigt zwar das Glutengerüst, verlangsamt aber gleichzeitig die Enzymaktivität und die Fermentation. Würde man es direkt am Anfang einarbeiten, könnte es die Entwicklung des Teigs hemmen. Durch die spätere Zugabe hat der Teig die Möglichkeit, sich zunächst freier zu entwickeln – das sorgt für eine bessere Teigstruktur und ein ausgewogenes Aroma.

Stelle den Teig nun zurück an sein warmes Plätzchen. Nach   30, 60 und 90 Minuten solltest du ihn dehnen und Falten. (Diese Zeitangaben sind nur Richtwerte. Mach dich deshalb nicht verrückt. Es funktioniert genauso nach 30, 90 und 180 Minuten. Ich dehne und falte ihn einfach immer, wenn ich gerade daran denke.)

Auf den folgenden Bildern siehst du die Art von dehnen und falten, die für mich am besten funktioniert. Es gibt aber verschiedene Arten. Probier einfach, was für dich am besten funktioniert.

Bei meiner Version benetze ich meine Hände leicht mit Wasser (nur ganz leicht), fahre mit den Fingern am Rand unter den Teig, greife mir etwas, ziehe es ein kleines Stück nach oben und klebe es in die Mitte rein. Das mache ich ein bis drei Runden lang und stelle ihn anschließend wieder abgedeckt an sein lauschiges Plätzchen.

💡 Info für Eltern: Warum diese Teigruhe besonders wichtig ist

Die längere Ruhezeit des Teigs vor dem Kneten – ganz ohne Salz – hat gleich mehrere Vorteile, besonders für Kinder:

  • 🧠 Besser bekömmlich: Durch die frühe Fermentation können schwer verdauliche Bestandteile im Mehl besser abgebaut werden. Das entlastet den empfindlichen Kinderbauch.

  • 💪 Mehr Nährstoffe: Die Mikroorganismen im Sauerteig machen Mineralstoffe wie Eisen und Zink für den Körper besser verfügbar.

  • 🍞 Feinere Krume, milderer Geschmack: Das Brot wird weicher und milder – ideal für Kinder, die herzhafte oder saure Brote oft ablehnen.

Tipp: Wenn dein Kind eher „helles Brot“ bevorzugt, kannst du mit einem milden Weizensauerteig und hellem Mehl ein Brot backen, das gesund ist – und trotzdem schmeckt wie das gewohnte Lieblingsbrot.

Schritt 4

Wenn ich das Gefühl habe, dass der Teig genügend Spannung aufgebaut hat, dehne und falte ich ihn ein letztes Mal. Dann nehme ich ihn vorsichtig aus der Schüssel und bemehle leicht die glatte Seite, damit sie nicht mehr klebt.

Anschließend lege ich den Teig mit der bemehlten Seite nach unten – also mit der glatten Seite nach unten – in ein Gärkörbchen. Die Dehn- und Faltseite zeigt dabei nach oben, denn diese wird später der sogenannte „Schluss“ des Brotes. Ich lege dafür vorher ein bemehltes Geschirrtuch in das Gärkörbchen, damit nichts kleben bleibt.

Hier darf der Teig nun ein letztes Mal ruhen. Die Dauer hängt davon ab, wann das Brot fertig sein soll: In der Regel reichen 5 Stunden bei Raumtemperatur, damit der Teig wieder deutlich aufgeht. Häufig lasse ich ihn aber auch über Nacht stehen. Das sorgt für noch mehr Aroma und eine bessere Kruste.

Schritt 5

Bevor das Brot in den Ofen kommt, solltest du den Ofen gründlich vorheizen – je nach Modell auf etwa 220 bis 250 °C.

Auf den Boden des Backofens stelle ich eine Metallschüssel, die ich mit hitzebeständigen Steinen fülle. Wichtig:Verwende keine Kieselsteine, sondern am besten spezielle Ofen- oder Keramiksteine mit rauer Oberfläche. Diese speichern die Hitze gut, erzeugen beim Kontakt mit Wasser kräftigen Dampf – und sind dafür gemacht, hohen Temperaturen standzuhalten.

Ich persönlich nutze trotzdem Steine aus meinem Vorgarten. Wenn du das ebenfalls machen möchtest, informiere dich bitte vorher gründlich über die Risiken. Solche Steine können Schadstoffe enthalten oder bei Hitzeeinwirkung zerspringen.
Solltest du dich dennoch dafür entscheiden, achte darauf, dass sie vollständig trocken sind (mindestens 24 Stunden bei Zimmertemperatur lagern) und nicht versiegelt oder behandelt wurden. Ich rate dir jedoch ausdrücklich zu geprüften, hitzebeständigen Steinen – das ist sicherer und zuverlässiger.

Ist der Ofen auf Temperatur, stürze ich das Brot vorsichtig auf ein mit Backpapier belegtes Gitter (Auf einem Backblech verbrennt mir oft der Boden).

Mit möglichst wenig Druck schneide ich die Oberfläche ein – so kann das Brot im Ofen schön aufreißen und eine gleichmäßige Kruste entwickeln. Anschließend schiebe ich das Brot direkt in den Ofen, wo es für 30-35 Minuten bleibt.

Jetzt kommt der Dampfmoment:
Ich nehme eine Flasche mit Wasser und gieße einen kräftigen Schluck über die heißen Steine in der Metallschüssel. Der dabei entstehende Dampf sorgt für einen guten Ofentrieb (also das Aufgehen des Brots im Ofen) und eine knusprige, glänzende Kruste.

Hier findest du mein Rezept für Sauerteig-Pancakes

🥖 Zum Schluss

Sauerteigbrot zu backen ist mehr als nur ein Rezept – es ist ein Prozess, der Ruhe, Achtsamkeit und ein bisschen Neugier braucht.

Mit der richtigen Vorbereitung, etwas Geduld und dem Wissen um die kleinen Details kann aus ein paar einfachen Zutaten ein Brot entstehen, das nicht nur gut schmeckt, sondern auch nährt – für dich, deine Familie und besonders für Kinder, die ein gutes Fundament brauchen.

Ich finde es jedes Mal faszinierend, dass ich aus nichts weiter als Mehl und Wasser – ganz ohne gekaufte Hefe oder chemisches Backpulver – etwas erschaffen kann, das geschmacklich absolut mithalten kann.

Ich hoffe, mein Rezept und meine Tipps helfen dir, selbst mit Freude loszulegen. Vielleicht startest du ganz schlicht – und entdeckst dann mit jeder Backrunde neue Möglichkeiten: andere Mehle, Körner, Formen oder Garzeiten.

Mein Sohn liebt es, mir beim Abwiegen und Kneten zu helfen, und ich freue mich, ihm auf diese Weise ein Stück traditionelles Handwerk weiterzugeben.

Und falls du – wie ich – manchmal Steine aus dem Garten verwendest oder den Teig einfach ein paar Stunden länger stehen lässt: Vertraue deinem Gefühl.
Wir sind es oft gewohnt, starren Regeln und genauen Rezepten zu folgen.

Aber letztlich ist es nicht entscheidend, ob du 30, 40 oder 50 Gramm Anstellgut nimmst – oder ob dein Teig mal zwei, drei Stunden länger ruht.
Wichtig ist, dass es in deinen Alltag passt.
Mach es so, wie es für dich funktioniert – und trau dich einfach ran!

👉 Teile deine Erfahrungen gerne in den Kommentaren. Ich würde mich freuen, von dir zu lesen!

Mein monatliches Mini-Magazin im Newsletter-Format.

Einmal im Monat bekommst du einen kurzen Text voller Gedanken, Impulse und kleiner Alltagshacks – mal praktisch, mal reflektierend, immer ehrlich. Für Frauen, die mehr wollen als Rollenbilder, die ihren Alltag meistern und gleichzeitig sich selbst nicht vergessen wollen. Einfach lesen, mitnehmen, bleiben lassen – ohne Druck.

Neuste Beiträge

  • All Posts
  • DIY und Basteln
  • Familie und Kinder
  • Gesellschaft und mentale Last
  • Hausapotheke
  • Must-Haves
  • Rauhnächte
  • Rezepte und Meal Prep
  • Schwangerschaft und Geburt
  • Selbstfürsorge und Alltag
  • Start Artikel
Load More

End of Content.

Du hast Fragen, Tipps oder andere Anmerkungen? Dann lass sie mich gerne wissen.

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert