Zwischen Weihnachten und Neujahr liegt eine besondere Zeit – Die Rauhnächte. Für viele wird es etwas ruhiger, der Alltag fährt langsam herunter und plötzlich ist da Raum für Gedanken, für die während des Jahres oft kein Platz bleibt.
Genau diesen Raum möchte ich für einen kleinen Rückblick nutzen.
Die Rauhnächte werden traditionell mit verschiedenen Ritualen und Bräuchen verbunden. Für mich sind sie vor allem eine gute Gelegenheit, innezuhalten und mich zu fragen: Was war eigentlich los in diesem Jahr? Was möchte ich mitnehmen – und was darf sich verändern?
Dafür habe ich dir fünf Fragen zusammengestellt, die du dir während der Rauhnächte stellen kannst. Du musst sie nicht alle auf einmal beantworten. Manche brauchen vielleicht etwas Zeit.
1. Was darf in diesem Jahr zu Ende gehen?
Vielleicht sind es Erwartungen, alte Routinen, schlechte Gewohnheiten oder Gedanken, die dich festhalten.
Schreib ehrlich auf, was du loslassen möchtest – auch wenn du es noch nicht kannst.
Denn manchmal beginnt Veränderung nicht damit, dass wir etwas bereits hinter uns lassen. Manchmal beginnt sie damit, dass wir überhaupt erkennen und aussprechen, dass wir es nicht mehr mitnehmen möchten.
Was möchtest du im neuen Jahr nicht wieder und wieder mit dir herumtragen?
2. Wofür bin ich dankbar, obwohl es nicht leicht war?
Nicht jede schwierige Erfahrung muss im Nachhinein etwas Gutes gewesen sein. Und trotzdem können auch schwere Zeiten etwas in uns verändern.
Vielleicht hast du etwas über dich gelernt. Vielleicht hast du eine Grenze erkannt. Vielleicht weißt du heute besser, was du brauchst – gerade weil du es einmal nicht bekommen hast.
Wenn du auf die schwierigen Kapitel dieses Jahres zurückblickst:
Was nimmst du daraus mit?
3. Wo sollte ich netter zu mir sein?
Oft sind wir selbst die kritischste Person in unserem Leben.
Wir beurteilen uns ständig, machen uns Vorwürfe und gehen mit uns oft härter ins Gericht als mit jedem anderen Menschen.
Dabei sind wir die einzige Person, mit der wir unser gesamtes Leben verbringen.
Vielleicht lohnt es sich deshalb, diese Frage einmal ganz ernsthaft zu stellen:
Wie würde ich mit meiner besten Freundin sprechen, wenn sie an meiner Stelle wäre?
Und was würde sich verändern, wenn ich mir selbst ein bisschen mehr von dieser Freundlichkeit entgegenbringen würde?
4. Wann habe ich mich wirklich lebendig gefühlt?
Im Alltag geht dieses Gefühl manchmal verloren.
Zwischen Terminen, Verpflichtungen und Dingen, die einfach erledigt werden müssen, merken wir irgendwann kaum noch, was uns eigentlich Freude macht oder uns wirklich berührt.
Dabei gibt es diese Momente, in denen wir ganz eindeutig spüren: Hier bin ich. Hier fühle ich mich lebendig.
Wann hast du dieses Gefühl in diesem Jahr erlebt?
Was hast du in diesem Moment gemacht? Mit wem warst du zusammen? Wie hast du dich gefühlt?
Und vielleicht noch wichtiger:
Wie könntest du im neuen Jahr wieder etwas mehr davon in dein Leben holen?
5. Wo wünsche ich mir Heilung oder Versöhnung?
Manche Dinge begleiten uns länger, als wir eigentlich möchten.
Vielleicht gibt es eine Beziehung, die dich noch beschäftigt. Einen Konflikt, den du nicht abgeschlossen hast. Etwas, das du dir selbst noch immer vorwirfst.
Vielleicht wünschst du dir Versöhnung mit einem anderen Menschen.
Vielleicht aber auch mit dir selbst.
Frag dich:
Wo wünsche ich mir, dass etwas leichter werden darf?
Und was wäre ein erster kleiner Schritt in diese Richtung?
Das muss übrigens nicht bedeuten, dass du dich mit jemandem versöhnen musst oder eine Beziehung wieder aufnehmen solltest. Manchmal bedeutet Heilung auch, eine Situation anzunehmen, eine Grenze zu setzen oder aufzuhören, sich selbst für etwas zu bestrafen, das längst vergangen ist.
Du musst nicht sofort eine Antwort finden
Vielleicht hast du auf manche dieser Fragen sofort eine Antwort.
Vielleicht fällt dir bei anderen überhaupt nichts ein.
Beides ist vollkommen in Ordnung.
Du musst die Rauhnächte nicht nutzen, um am Ende zwölf neue Vorsätze, dreizehn Wünsche und einen komplett neuen Lebensplan vor dir liegen zu haben.
Manchmal reicht es, eine Frage mit in den Tag zu nehmen und zu beobachten, was sie in dir auslöst.
Du kannst deine Antworten aufschreiben, immer wieder zu ihnen zurückkehren und schauen, ob sich deine Gedanken im Laufe der Rauhnächte verändern.
Und wenn du merkst, dass dir ein fester Rahmen beim Reflektieren guttut, habe ich dafür ein Rauhnächte-Workbook entwickelt. Es enthält weitere Fragen, Impulse und Übungen, mit denen du dich durch die Rauhnächte arbeiten kannst.
Du brauchst es aber nicht, um mit diesen fünf Fragen anzufangen.
Nimm dir einen Stift, ein paar ruhige Minuten und vielleicht genau die eine Frage, die gerade bei dir hängen geblieben ist.
Vielleicht ist das für heute schon genug.
12 Nächte. 12 Impulse. Zeit für dich.
Ein Rauhnächte-Workbook für Mütter, die zwischen Alltag, Liebe und Selbstzweifeln wieder Vertrauen in sich selbst finden möchten.
Die 12 Nächte laden dich dazu ein, innezuhalten, dich selbst wieder wahrzunehmen, Ängste und alte Muster zu betrachten, deine Grenzen kennenzulernen und herauszufinden, was du dir für dein eigenes Leben wünschst.
Dabei geht es nicht darum, alles richtig zu machen oder noch mehr auf deiner To-do-Liste abzuhaken. Du entscheidest selbst, wie tief du gehen möchtest und welche Impulse dich begleiten.




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[…] In diesem Beitrag findest du 5 Fragen, die ich mir selbst gerne stelle. […]